Ratgeber / Restaurierung

Pokémon-Karten pressen: was es bringt und was PSA dazu sagt

Karten pressen gegen Dellen und Wellen: Wie funktioniert das, welche Risiken gibt es, und warum Grading-Firmen gepresste Karten kritisch sehen.

„Karten pressen“ ist in der Sammlerszene ein großes Thema. Gemeint ist, eine Karte mit Druck, oft kombiniert mit etwas Feuchtigkeit und Wärme, wieder flach zu bekommen und Dellen oder leichte Knicke zu glätten. Klingt einfach, ist es aber nicht.

Was Pressen bewirken kann

Papier besteht aus Fasern. Eine Delle oder Welle bedeutet, dass diese Fasern verschoben oder gestaucht sind. Mit der richtigen Kombination aus Feuchtigkeit, Wärme, Druck und vor allem Zeit können sich die Fasern wieder entspannen. Leichte Druckstellen und gewellte Karten lassen sich so oft deutlich verbessern.

Die Risiken

  • Zu viel Feuchtigkeit lässt das Papier aufquellen, die Karte wird wellig oder bekommt Flecken.
  • Zu viel Hitze kann Beschichtung und Holo-Folie beschädigen oder Glanzstellen erzeugen.
  • Zu viel Druck drückt die Oberflächenstruktur platt, besonders bei strukturierten Karten.
  • Echte Knicke mit gebrochener Farbschicht verschwinden durch Pressen nicht, sie werden höchstens flacher.

Was PSA dazu sagt

PSA führt in seinen Bewertungsstandards unter „N5 Altered Stock“ ausdrücklich das Pressen von Knicken und Falten als mögliche Veränderung der Karte auf. Wird das erkannt, bekommt die Karte keine normale Note. Unter bestimmten Bedingungen kann sie als „Authentic Altered“ eingestuft werden. Ob und wann das Pressen erkannt wird, ist umstritten. Ehrlich ist nur eine Antwort: Ein besseres Grading durch Pressen kann niemand garantieren.

Meine Haltung

Ich glätte Dellen und Wellen, wenn es der Karte guttut, etwa für deinen Binder oder deine Sammlung. Bei Karten, die du zum Grading einreichen willst, besprechen wir vorher genau, was sinnvoll ist und was nicht. Und wer eine bearbeitete Karte verkauft, sollte das offen sagen. Lass deine Karte unverbindlich einschätzen.

Illustration von Natascha
Natascha, studierte Restauratorin

Sieben Jahre Studium, hauptberuflich Gemälde und Bücher. Ich schaue mir deine Karte an und sage dir ehrlich, was sinnvoll ist.

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